Episode 9: Von der Ausbildung bis zur Praxisabgabe – worauf kommt es an?
Shownotes
„Ich wollte immer Implantologie machen“, sagt Dr. Dr. Manfred Wolf, der in den 70er-Jahren in Tübingen Medizin und Zahnmedizin studierte. Nach einer steilen Lernkurve in den 80er-Jahren hat er neben der Implantologie auch in der Ausbildung des implantologischen Nachwuchses eine Berufung gefunden. Unzählige Zahnmediziner gingen bei ihm ein und aus und haben in seinen Kursen ihr erstes Implantat gesetzt. Wir haben mit ihm über seine Erfahrungen als Referent gesprochen und über die Entwicklungen in der Implantologie insgesamt. Darüber hinaus hat er uns Auskunft gegeben, was ihn all die Jahre als Praxisinhaber angetrieben hat und wie er nun die Übergabe an seine Tochter Jasmin vorbereitet. Aus all seinen Worten lassen sich die Zutaten für sein Erfolgsrezept herauslesen: Spaß an der Arbeit mit Menschen, Neugier, Fleiß und Hingabe. Oder mit seinen eigenen Worten: „Die Faszination war es immer, die mich zum Arbeiten bewegte und kein anderes Motivationsthema.“
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00:00:04: Ein Leben für die Implantologie, so könnte man auf den Punkt bringen, was Dr. Wolf ein
00:00:08: Berufsleben lang beschäftigt hat und heute noch fesselt, unselige Erfahrungen aus 40 Jahren
00:00:14: Implantologie säumen seinen Weg, wir sprechen mit ihm heute über Aspekte der Ausbildung bis hin zur
00:00:21: Praxis-Abgabe. Lieber Manfred, du hast unzählige Kurse gegeben und in deiner Praxis auch permanent
00:00:28: junge Zahnärzte in ihrer Vorbereitungszeit begleitet, was hat ich angetrieben so viel in
00:00:34: die Ausbildung des Nachwuchses zu investieren? Ja also zuerst mal lieber Oliver, vielen Dank,
00:00:40: dass wir uns heute hier treffen, nun die Motivation war eine relativ einfache,
00:00:46: ich habe in meinem ganzen Leben letztendlich sehr viel Glück gehabt, ich habe insbesondere während
00:00:52: meiner Ausbildung, Assistentenzeit sehr sehr sehr sehr viele gute Lehrmeister gehabt und ich durfte
00:01:00: einfach sehr sehr viel ausprobieren und ich durfte auch sehr viel aus meinen eigenen Fehlern lernen,
00:01:07: was ja dann auch sehr starke persönliche Engramme setzt, wenn man das nun in dieser Art und Weise
00:01:13: machen darf, nun was hat mich bewogen immer diese Ausbildung an die jüngere Generation
00:01:18: weiterzugeben? Es ist einfach zunächst einmal schön junge Leute um sich zu haben. wenn man so
00:01:24: eine Kursveranstaltung in der eigenen Praxis macht und viele junge Leute um einen sind,
00:01:30: dann kriegt man sehr sehr gute Fragen gestellt, diese Fragen sind nicht übertüncht, die sind naiv,
00:01:37: die sind richtig, die sind solide und wenn man lange Zeit Referententätigkeit gemacht hat, kommt
00:01:44: man manchmal auch zu der Feststellung, zu der persönlichen Frage, wieso tust du dir das immer
00:01:50: noch an? Aber spätestens nach der zweiten Frage in einem Kurstag ist diese Frage wieder weg, weil man
00:01:56: verspürt ganz einfach woran es letztendlich fehlt und junge Leute, die kann man auch begeistern
00:02:04: und zu sehen wie nun etwas einfach auf diese Generation überspringt, wie man diesen Impuls
00:02:13: setzen kann, dass er Interesse geweckt wird, dass Bedürfnis da ist, es weiter zu vertiefen,
00:02:19: das befriedigt einfach. Du hast es gesagt speziell die Einsteigerkurse gehören zu deiner Spezialität,
00:02:26: da liegt die Frage nahe, weil die Einsteigerkurse sich ja doch oftmals dem Feld unter dem Motto My
00:02:35: first implant genähert haben, ob du dich selber noch an dein erstes Implantat erinnern kannst?
00:02:41: Ja das kann ich noch, das war 1978 in Tübingen, das Tübinger Sofortimplantat wie so viele dieser
00:02:50: Implantate wurden sie sozusagen undercover gemacht, es hat auch tatsächlich knapp zwei
00:02:58: Jahre gehalten bevor dann des Keramikimplantat mit der drauf befindlichen Krone zerbrochen ist,
00:03:05: die Erfahrungen waren also zunächst mal eigentlich eher negativ überlagert, weil es damals einfach
00:03:14: noch nicht diese klaren Richtlinien gab nach denen wir heute arbeiten können und im Nachgang habe ich
00:03:22: dann eben viel viel viel chirurgisch machen dürfen können und das hat nun sehr sehr viel operative
00:03:30: Fähigkeiten produziert, aber es hat nun mit der heutigen Implantationstechnik auch wiederum nicht
00:03:37: mehr so viel zu tun, weil wir haben damals einfach die Implantate gesetzt wo wir Knochen gefunden
00:03:42: haben und und Chirurgen hat ja damals im Prinzip die Prothetik null interessiert und wenn wir die
00:03:48: wegelagernden Prothetiker gehört haben, dann haben wir das eigentlich so bisschen als saloppe Kritik
00:03:56: empfunden aber als nicht Kritik, dass wir was ändern sollten bei unserem Vorgehen. Noch mal zur
00:04:02: deiner Tätigkeit als Ausbilder und Referent, du hast ja gesagt man permanent gefordert,
00:04:08: auch unerwartete Fragen zu beantworten, inwiefern hatte ich denn deine Tätigkeit als Referent in
00:04:16: deiner eigenen Fähigkeiten da weitergebracht und weiterentwickelt? Gut, wenn man sich nun vor das
00:04:22: kollegiale Plenum stellt, dann sollte man sich die Scham ersparen, mit Fragen konfrontiert zu werden,
00:04:30: die man nicht beantworten kann, das ist einfach schlimmer Zustand damit ist man automatisch
00:04:35: gezwungen sich auf dem aktuellen Stand zu halten, auch wenn es manchmal blödsinnige Neuerungen sind,
00:04:45: man muss sie kennen, um einfach Fragen nach dieser Blödsinnigkeit beantworten zu können
00:04:51: und was ganz ganz wichtig ist in dem Moment wo man sich fortlaufend damit auseinandersetzt,
00:04:57: behält man die Wichtung, was wichtig ist und was nicht so wichtig ist und gerade bei jungen
00:05:02: Kolleginnen und Kollegen ist es wichtig, dass man ihnen die wichtigen Engramme setzt beispielsweise,
00:05:10: dass ein Implantat an der richtigen Stelle sitzen muss, um eine saubere Krone drauf zu machen,
00:05:15: das ist einfach ein ganz ganz wichtiges Engramm nicht, dass es dort sitzt wo der Knochen ist oder
00:05:20: nach irgendwelchen anderen Kriterien und deshalb ist es wichtig, das Wichtige und das Unwichtige zu
00:05:26: trennen, den jungen Kolleg:innen auch zu sagen, wenn sie das Wichtige erfüllen, dann haben sie
00:05:31: schon 90% vom Maximum erreicht und der Rest das können sie dann additiv machen. Was würdest du
00:05:39: sagen, welche Grundfähigkeiten und Kenntnisse man& mitbringen sollte, um auch Dinge weiterzugeben?
00:05:45: Also das Allererste, wenn man nun operative Kurse tatsächlich am Patienten machen will,
00:05:52: dann sollte man die handwerklichen Fähigkeiten sozusagen im Stammhirn verankert haben, sodass
00:05:58: man im Prinzip durch nichts aus der Ruhe gebracht werden kann, anders herum gesagt, ich habe immer
00:06:05: wieder betont, dass man die Komplikation von der Komplikation in Ruhe beherrschen können sollte,
00:06:10: erst wenn man das erreicht hat, dann sollte man in dieser Richtung auch tatsächlich sich öffnen und
00:06:16: nach außen gehen. Der Moment, wo man diese innere Gelassenheit zum operativen Tun live erreicht hat,
00:06:24: dann wird's wieder richtig gut, weil dann kann man die jungen Kolleginnen und Kollegen auch
00:06:29: auf seine eigenen Finger sehen zu lassen und in meiner Erfahrungswelt ist immer am besten,
00:06:34: wenn ein junger Kollege neben einem sitzt und sieht, dass das tatsächlich auch so
00:06:39: gemacht wird und nicht durch ein bildgebendes Verfahren in den anderen Raum projiziert wird,
00:06:45: also das Momentum des Live-Dabeiseins, Live-Machen ist immer ein sehr prägendes
00:06:52: Moment in solchen Fortbildungsveranstaltung. Auch der geübteste Referent ist natürlich vor Pleiten,
00:06:57: Pech und Pannen nicht sicher, gibt es irgendein Ereignis was dir peinlich in Erinnerung ist in der
00:07:04: Beziehung? Ja es gibt schon solche Momente, vielleicht das Peinlichste war bei einer
00:07:11: Veranstaltung so ca. 100, 150, 200 Leute in der großen Halle ich glaube es war sogar von Camlog
00:07:18: initiiert und die Veranstaltung lief eigentlich problemlos zur aller Zufriedenheit und zum Schluss
00:07:24: stand ein Kollege auf und fragte mich ob ich Bisphosphonate kennen würde und ich stand da
00:07:31: ich hatte das Wort noch nie gehört und es war dann mucksmäuschenstill in dem Saal und Gott sei Dank
00:07:39: hat sich einer aus dem Plenum gemeldet, der die ca. zwei Tage vorher erschienene Erstpublikation
00:07:46: gelesen hatte und dieses nun mir sozusagen aus der Patsche geholfen hat, das heißt im Klartext
00:07:53: gesprochen, man muss halt immer am Nabel der Zeit sich orientieren und man muss lesen,
00:07:59: lesen, studieren, sich um etwas bemühen. Ja und man lernt nie aus, das ist ganz klar menschlich,
00:08:07: dann lass uns noch ein bisschen über den Wertegang der Implantologie insgesamt sprechen, die sich im
00:08:13: Zeitraum deiner aktiven Zeit nun mehr ungefähr 40 Jahre natürlich massiv verändert hat, was waren da
00:08:19: aus deiner Sicht die wichtigsten Meilensteine? Zum einen bin ich nun persönlich sehr sehr glücklich,
00:08:26: dass ich in eine Zeit hineingeboren wurde, wo ich an einer solchen Neuerung in der Zahnheilkunde
00:08:32: generell teilhaben durfte, das ist ja nun bei Leibe nicht vorhersagbar gewesen, das waren nun
00:08:40: Wunschträume am Anfang und wir hatten nun am Anfang einfach auch mit Insuffizienzen nicht
00:08:45: unerheblichen Maßes zu kämpfen das erste um es z.B. zu erwähnen, wir hatten damals in den 80er
00:08:54: Jahren hatten wir keine Implantate die eine solide Rotationssicherung zugelassen haben, das heißt wir
00:09:01: haben uns mit Sachen verkämpfen müssen, oftmals durch Hybride zahntechnische Konstruktionen, um
00:09:09: die Insuffizienzen der Implantate zu kompensieren, wir hatten damals sehr viel Schraubenbrüche zu
00:09:17: beheben, all diese Geschichten sind durch die Neuerungen in der Implantologie, wenn
00:09:22: man so will auch beispielhaft durch das Camlog System letztendlich verschwunden. Die wirklichen
00:09:30: Neuerungen die nun in den letzten 10 Jahren dazugekommen sind, in den letzten 15 Jahren, die
00:09:37: sind quantitativ von der Bedeutung her bei weitem nicht mehr so bedeutend, wie gerade die Anfänge,
00:09:43: dass nun ein Fremdkörper in Anführungszeichen von einem körperlichen System toleriert,
00:09:49: akzeptiert ,inkorporiert wird, wir können an vielen Stellschrauben noch Verbesserungen machen,
00:09:55: auch heutzutage noch, aber ich sag's jetzt mal relativ einfach 90, 95% des Machbaren haben wir
00:10:02: erreicht. Vergleich vielleicht in dieser Richtung zur Autoindustrie, wenn man heutzutage ein Auto
00:10:09: aus den Ende 90er Jahren fährt dann sind es alles sehr sehr gute Autos, die heutigen sind
00:10:15: noch besser, aber der Unterschied ist bei weitem nicht mehr so wie wenn man in Auto
00:10:20: aus dem Jahr 1950 einsteigt und es vergleicht mit dem Auto aus 1980er Jahren, also hier schrumpfen
00:10:29: nun die effektiven Verbesserungen eben auch zusammen und wir drehen vielen Detailschrauben,
00:10:36: sind aber schon ganz gut unterwegs. Würdest du dich dann generell so als eher zurückhaltend
00:10:41: Neuerungen gegenüber bezeichnen oder eher als First Mover? Ja man muss alles ausprobieren
00:10:49: und dadurch, dass man es ausprobiert erweitert sich der Erfahrungsschatz und
00:10:53: das sollte man einfach nie vergessen, auch ein gewisses Maß an Neugierde zu Neuerungen hin,
00:11:00: sollte man sich beibehalten es ist einfach gut, dass man das tun darf und man macht ja nichts
00:11:04: Falsches. Dann noch mal bisschen zurückblicken auf deine lange Zeit, gibt es etwas was du persönlich
00:11:11: aus heutiger Sicht anders machen würdest? Wenn ich ganz ehrlich bin, eigentlich relativ wenig, es ist
00:11:18: eigentlich relativ optimal gelaufen, ich habe zur rechten Zeit oftmals die richtigen Entscheidungen
00:11:26: getroffen, was ich heute als einziges vielleicht manchmal tun würde, würde manchmal heute ein
00:11:33: bisschen weniger arbeiten, ein bisschen mehr Freizeit einbauen aber das kann man aus der
00:11:40: heutigen Sicht leichter machen die Faszination war es übrigens immer was mich zum Arbeiten,
00:11:45: zum Tun bewegte und kein anderes Motivationsthema. Mit welchen Hauptchallenges warst du so in der
00:11:52: Anfangszeit der Praxisgründung konfrontiert, kannst du dich da noch erinnern? Ja kann mich
00:11:58: schon relativ gut erinnern, erste Geschichte war das ist ein meine Praxis war eine Neugründung zur
00:12:05: damaligen Zeit und Neugründungen haben ja nun eine Besonderheit, man weiß nicht wie viel Leute kommen
00:12:13: und also Patientenseite auf Patientenseite also das ist einfach ein spannendes Gefühl,
00:12:19: wie viel Leute verirren sich nun tatsächlich zu einem, dann hatte ich nicht die Vorgeschichte,
00:12:25: dass ich aus der Klinik kam und von der Klinikseite her war ich natürlich in
00:12:30: keinster Weise mit Abrechnung konfrontiert, das heißt, was verdiene ich bei welcher Tätigkeit,
00:12:36: es war mir bei Praxisgründung absolut fremd, das heißt es war ein spannende Anfangsjahre wo man all
00:12:43: diese Arbeiten letztendlich ableisten musste und dann das Neuerliche musste natürlich auch lernen
00:12:50: wie es gehen Patienten mit einer finanziellen Forderung per se um in der Klinik hatte ich die
00:12:55: dicke Mauer der Klinik um mich, jetzt war ich plötzlich Ansprechpartner für all dies und in
00:13:01: diese Sachen wächst man dann aber auch wiederum sehr schnell hinein, man muss sich halt drum
00:13:06: kümmern und das Schwierige ist man kennt sie nicht bei der Praxisneugründung, man kennt sie nicht,
00:13:12: weil man sie nicht persönlich verinnerlicht hat, das war's aber ansonsten hatte ich Gott sei Dank
00:13:18: auch in dieser Richtung sehr sehr viel Glück, Erfolg mit viel Hingabe. Als Praxisinhaber hat
00:13:26: man sehr viele Hüte auf ganz ganz klar, insofern entwickelt sich das Unternehmen dann oftmals auch
00:13:33: zum Familienbetrieb so auch bei euch also deine Frau Conny hat ja dann auch unterstützt und eine
00:13:39: Rolle wahrgenommen was ergeben sich da für Herausforderungen für das Familienleben? Also
00:13:46: das erste ist, dass meine Frau mit Medizin und mit Zahnmedizin nichts hat am Hut hatte,
00:13:53: sie ist gelernt aber Kauffrau und hat mir nun ein Leben lang den administrativen Rücken entweder
00:14:02: freigehalten oder so aufbereitet, dass ich von dieser Seite her ein relativ leichtes Arbeiten
00:14:08: hatte, was gut ist wenn jemand fachfremdes mit am Mittagstisch sitzt ist, dass nicht nur das ganze
00:14:15: Gerede über die Zahnmedizin, Implantologie und was auch immer stattfindet, sondern es gibt dann
00:14:21: einfach andere äh Gesprächsthemen, was meine Frau hervorragend hingebracht hat und wo ich
00:14:28: auch immer nur bisschen schlechtes Gewissen hab, das ist dass ich gerade in den ersten 20 Jahren
00:14:34: also dort genau wo die Kinder klein sind, genau dort wo die Frau den Mann eigentlich am meisten
00:14:40: brauchen würde, da war ich nun leider Gottes unter anderem wegen der Implantologie zu selten
00:14:45: zu Hause. Nun hast du aber die Möglichkeit das Zusammenleben mit deiner Tochter umso
00:14:51: intensiver auszuleben, da du ja die Übergabe vorbereitest, was schätzt du an ihr am meisten?
00:15:00: Ja also die meine Tochter oder unsere Tochter die Jasmin, das ist einfach ein Wirbelwind und eine
00:15:09: Multitasking-Persönlichkeit mit einer exorbitanten Compliance hinsichtlich des Patientenstammes,
00:15:18: die kann Leute begeistern und so etwas bewegen da bin ich also wahrlich ein Nobody und sie hat
00:15:27: auch in gewisser Weise, ob obgleich sie nun sehr viel Chirurgie, Oralchirurgie gemacht
00:15:33: hat auch der Facharzt gemacht hat, sie legt ihren Behandlungsschwerpunkt ein bisschen wo anders hin,
00:15:39: sie nimmt nun ganz einfach auf, dass die Welt nicht nur aus Chirurgie und aus Schrauben und
00:15:43: aus Prothetik und aus was weiß ich alles, besteht sondern, dass ich auch das Anforderungsprofil an
00:15:49: eine Praxis heutzutage geändert hat, das heißt sie nimmt beispielsweise sämtliche kosmetischen
00:15:55: Belange sehr viel ernster, als ich das im Prinzip getan habe, für mich persönlich war Kosmetik ein
00:16:02: notwendiges Übel was ich gern getan habe, aber nie eine Indikation. Beispiel ich bin vor kurzem nach
00:16:09: Hause gekommen war paar Tage nicht daheim und habe dann eine relativ veränderte Ehefrau mitbekommen,
00:16:17: warum die Ehefrau hatte bisschen Schachtelstellung in der Oberkieferfront, die ist jetzt durch
00:16:23: Klebeveneers egalisiert. Frau ist glücklich, ich persönlich habe meine Frau zuerst mal wieder neu
00:16:30: justieren müssen, Tochter hat mir klar gemacht, dass ich das jetzt eigentlich schon 30 Jahre
00:16:35: versäumt habe und alle sind glücklich dabei. Genau trotz deines starken chirurgischen Schwerpunktes
00:16:42: hast du ja immer eigentlich eine relativ normale in Anführungszeichen Zahnarztpraxis mit viel
00:16:48: Prothetik betrieben, muss man auch sagen kein reine Überweisertätigkeit und logischerweise haben
00:16:55: sich da die Ansprüche auf der Patientenseite und auch die Möglichkeiten vielleicht,
00:16:59: die man anbieten kann weiterentwickelt und da ist es dann sicher gut, wenn man ein bisschen
00:17:03: anderen Fokus dann auch legt. Auch die Tätigkeit meiner Tochter wird sich im Laufe der nächsten 20
00:17:08: Jahre nochmals modifizieren und es ist auch das herrliche an dem Beruf, dass man nicht festhalten
00:17:14: muss an alten Zöpfen, sondern, dass man das eine oder andere immer wieder neu anfangen
00:17:20: darf und ja das ist nun letztendlich auch das Schöne an der Zahnmedizin an der Implantologie,
00:17:27: dass ich hier immer wieder Neuerungen auftun deren Umsetzung einfach grandios gut sind. Wie schwer
00:17:36: ist es für dich ins zweite Glied zu rücken und die Chefrolle abzugeben? Also ich bin schon längstens
00:17:43: nicht im ersten Glied gestanden, weil das erste Glied hat immer der Patient eingenommen und ich
00:17:48: war immer ein subalterner Diener im Sinne von den Belangen was die Patienten angeht,
00:17:55: Chef sein verlangt sehr sehr sehr viel Einsatz und insofern fällt mir es relativ leicht in das
00:18:01: zweite Glied zurückzutreten, weil damit reduziert sich der Einsatz, auch die,
00:18:08: wenn wir die Verantwortlichkeiten verschieben sich und mir ist es also bis jetzt überhaupt
00:18:13: nicht schwer gefallen langsamer zu machen, zurückzutreten, meiner Tochter des Zepter langsam
00:18:19: aber sicher zu übergeben, es ist manchmal sogar umgekehrt, ich habe manchmal den Eindruck wenn man
00:18:26: so lang etablierte Praxis der jüngeren Generation übergibt, hat die jüngere Generation natürlich
00:18:32: auch ihre Berührungsängste, worum so ein Laden in der Verantwortung voll umfänglich zu übernehmen,
00:18:41: das erfordert einfach sehr sehr viel Einsatz, manchmal auch kämpft man da traue ich mir das
00:18:48: richtig zu, kann ich das so ganz genau in der jüngeren Generation und insofern ist es eine
00:18:53: sehr angenehme spannende unterhaltsame Zeit, man darf nur dabei familiär nicht verkrampfen und das
00:18:59: ist uns bis jetzt sehr sehr gut gelungen Gott sei Dank. Völlig verständlich, dass du deine Tochter
00:19:03: möglichst gut vorbereitet wissen möchtest, das gehört ja viel mit dazu auch Personalführung
00:19:09: alle Themen die mit dran hängen ähm noch mal kurz gefragt zum Abschluss, welche Ratschläge gibt's
00:19:15: überhaupt, welche die du ihr mit auf den Weg geben möchtest? Ja also der wichtigste Ratschlag
00:19:21: ist nun ganz einfach die Praxis soll meiner Tochter gehören, es soll ihre Praxis werden und
00:19:28: und es soll aufhören meine zu sein, in dem Moment wo wir es fertig bringen, dass es ihre Praxis ist
00:19:35: und nicht mein Mausoleum wird, was oftmals der größte Fehler ist, dann haben wir eigentlich die
00:19:40: wichtigsten Sachen hinter uns gebracht, sie ist jetzt seit ca. 3 Jahren in der Praxis,
00:19:46: die Personal Compliance ihr gegenüber ist sehr sehr gut, das heißt wir haben
00:19:52: keinerlei Personalprobleme gehabt, was nun sehr wichtig ist, weil wir dürfen nicht vergessen
00:19:59: 60, 70% vom Erfolg einer Praxis hängt vom Personal mit ab zumindest, von daher gesehen sind wir ganz
00:20:06: gut aufgestellt. Okay, dann wünsche ich Euch beiden, dir persönlich und auch deiner Tochter
00:20:12: für die Zukunft nur das Beste und danke dir für den offenen Austausch. Dankeschön Oliver.
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