Episode 2: Die Relevanz der Sofortimplantation in der oralchirurgischen Praxis

Shownotes

Dr. Jörg-Martin Ruppin betreibt eine oralchirurgische Praxis in Penzberg. In dieser VOI-Folge geht er auf den Nutzen und Relevanz von Sofortimplantationen und die damit zusammenhängenden Konzepte der Sofortversorgung und gegebenenfalls Sofortbelastung ein. Er erläutert, in welchen Situationen diese in seiner Praxis zum Einsatz kommen und welche Verfahren damit in Zusammenhang stehen, um ein funktionell und ästhetisch ansprechendes Resultat zu erzielen. Die Rede ist von der Socket Preservation und der Socket-Shield-Technik. Ziel dabei ist eine Minimierung des Verlusts an Hart- und Weichgewebe nach Zahnentfernung.

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Transkript anzeigen

00:00:04: Sofortimplantationen und  Sofortversorgungen bieten faszinierende  

00:00:08: Möglichkeiten, aber sind sie auch alltagstauglich,  insbesondere in der Zusammenarbeit mit  

00:00:12: Überweisern? Diese Frage gehen wir heute mit Dr.  Jörg Ruppin nach. Jörg ist Oralchirurg aus Penzberg

00:00:21: in eigener Praxis und Jörg, wir starten direkt mit  der ersten Frage. Eine Sofortimplantation bietet  

00:00:27: gegenüber einer verzögerten oder Spätimplantation  Vorteile für den Hart- und Weichgewebeerhalt.  

00:00:33: Würdest du dieser These zustimmen? Vielen Dank  erstmal für die Einladung, Oliver, und dafür,  

00:00:39: heute hier sein zu können. Und ja, bei der ersten  Frage muss ich dir gleich widersprechen oder muss  

00:00:44: die Frage gleich verneinen, denn ich glaube, das  war so der größte Irrtum in den 90er und in den  

00:00:50: Nullerjahren, gerade in der ästhetischen Zone,  wo wir viele Misserfolge gesehen haben in der  

00:00:54: Sofortimplantation. Heute wissen wir, dass die  Sofortimplantation keinen Knochen halten kann,  

00:01:00: grundsätzlich nein. Das heißt, die Abbauprozesse,  die Umbauprozesse, die in der Alveole nach  

00:01:06: Zahnextraktion stattfinden, finden immer statt,  ob mit oder ohne Implantat. Und somit bleibt  

00:01:12: nur der Phänotyp, also die Gingivadicke, die  Knochendicke, wie wir seit der Arbeiten in der  

00:01:19: Studiengruppe um Daniel Buser und Kollegen wissen,  der entscheidende Faktor, der Schlüsselfaktor.  

00:01:25: Das heißt, die Risikoselektion, gerade in der  ästhetischen Zone, ist in der Sofortimplantation  

00:01:30: extrem wichtig. Stichwort Risikoselektion bedeutet  Indikationsstellung ist wichtig. Dafür brauchst du natürlich  

00:01:38: entsprechende diagnostische Maßnahmen. Wie  gehst du da ran in der Fallselektion? Genau,  

00:01:44: also das Wichtigste ist tatsächlich in der  ästhetischen Zone die Ästhetikanalyse. Was  

00:01:49: habe ich für einen Biotyp? Habe ich einen  dünnen oder einen dicken Biotyp? Was habe ich  

00:01:56: für einen Knochen zu erwarten? Ist die bukkale  Knochenlamelle intakt? Darüber hinaus sollten  

00:02:02: keine akuten Infektionen vorliegen. Das heißt, vom  parodontologischen Gesichtspunkt, aber natürlich  

00:02:08: auch apikale Läsionen sollten nach Möglichkeit  vorher therapiert sein. Wenn wir ehrlich sind  

00:02:14: und über Knochendicken sprechen, z.B. bukkal,  dann sind wir natürlich auch ganz schnell in  

00:02:19: der dreidimensionalen Bildgebung, in dem DVT oder  in dem CT. Wenn man sich regelmäßig und intensiv  

00:02:26: mit der Sofortbelastung befasst, ist das für mich  tatsächlich heute notwendig und unerlässlich. 

00:02:34: Du hast gesagt, der bukkale Knochen geht so oder  so verloren, die bukkale Knochenlamelle. Gibt's  

00:02:39: irgendwelche Möglichkeiten, operative Techniken,  das doch irgendwo zu umschiffen? Stichwort  

00:02:46: Socket-Shield-Technik. Ja, also letztlich gibt es  praktisch zwei Ansätze. Du kannst zum einen den  

00:02:53: Verlust der bukkalen Lamelle oder den Verlust  des Bundle-Bones, was die innere Auskleidung  

00:02:58: der bukkalen Lamelle darstellt, akzeptieren und  versuchen, mit einer nach palatinal versetzt positionierten  

00:03:05: Implantatposition und einem Auffüllen des Gaps  zwischen Implantat und Alveole mit einem möglichst  

00:03:13: nicht resorbierbaren Knochenersatzmaterial im  Prinzip die äußere Form zu halten. Ich habe  

00:03:18: von einem Kollegen aus den USA, dem Dr. Tom Sade,  bei einem Vortrag ein sehr schönes Bild bekommen,  

00:03:24: was ich mir sehr eingeprägt habe. Er hat gesagt,  Socket-Preservation funktioniert wie ein Glas,  

00:03:30: das man nimmt und mit Wasser füllt. Und wenn man  dieses Glas dann in den Gefrierschrank stellt  

00:03:34: und gefrieren lässt und danach das Glas mit dem  gefrorenen Wasser wieder rausnimmt, kann man das  

00:03:40: Glas einfach zerschlagen. Es bleibt trotzdem das  Volumen als gefrorenes Wasser vorhanden. Und diese  

00:03:47: Idee gilt praktisch für die Socket-Preservation  oder für das Auffüllen der bukkalen Lamelle. Du  

00:03:52: hast den Spalt zwischen Eigenknochen und  Implantat aufgefüllt mit einem Material,  

00:03:57: das sich verfestigt, und du verlierst trotzdem die  bukkale Lamelle. Es bleibt aber das Restvolumen  

00:04:02: stehen, praktisch das Wasser ohne Glas. Das ist  der eine Ansatz. Die zweite Möglichkeit wäre dann  

00:04:09: tatsächlich der Versuch, den Bundle-Bone und den  bukkalen Knochen eben doch zu erhalten und nicht  

00:04:15: nur zu ersetzen durch Knochenersatzmaterial. Das  ist die sogenannte Socket-Shield- oder wie man  

00:04:20: im Englischen sagt Partial-Extraction-Technik.  Die Idee ist eine ganz andere. Die Idee fußt auf  

00:04:27: die Arbeitsgruppe um Markus Hürzeler, die die  Idee entwickelt haben und weiter perfektioniert  

00:04:32: haben. Dass man, wenn man einen Zahn entfernt,  einen Teil der bukkalen Wurzel tatsächlich  

00:04:38: erhält mit der Idee, wie wir heute wissen aus den  Studien, wird der Bundle-Bone hauptsächlich durch  

00:04:45: das Parodont selbst ernährt. Das heißt, die  Durchblutung dieses lamillären Knochens kommt  

00:04:53: durch den Kapillarplexus im parodontalen  Gewebe. Und wenn wir den Zahn ziehen,  

00:04:58: zerstören wir unvermeidlich das parodontale Gewebe  komplett. Es wird resorbiert. Das heißt, die  

00:05:04: gesamte Durchblutung geht weg. Und wie wir heute  aus den Studien wissen, ist das offensichtlich der  

00:05:09: Schlüsselfaktor für den Verlust des Bundle-Bones.  Bei der Idee der Socket-Shield-Technik ist die  

00:05:14: Idee eigentlich die, dass ich tatsächlich den  bukkalen Anteil des Parodonts vital erhalte,  

00:05:20: obwohl ich dahinter ein Implantat setze. Und  dadurch kann man tatsächlich den Hartgewebsverlust  

00:05:27: und damit natürlich auch den Weichgewebsverlust  tatsächlich minimieren. Und da sammeln wir selber  

00:05:33: auch erst die ersten Erfahrungen, die aber  im Moment extrem vielversprechend aussehen.  

00:05:38: Wie muss denn das Socket-Shield genau aussehen?  In welcher Dimension und Ausdehnung präparierst  

00:05:44: du das? Genau, hier hat sich die original  in der Erstpublikation beschriebene Technik  

00:05:51: mittlerweile mehrere Modifikationen ergeben.  Mittlerweile wissen wir, dass es sinnvoll ist,  

00:05:56: tatsächlich ein relativ großes Stück des bukkalen  Zahnanteiles zu erhalten. Mit groß meine ich jetzt  

00:06:02: nicht dick, sondern ich meine lang. Also wenn  wir uns vorstellen, das wäre unsere Zahnwurzel,  

00:06:07: dann versuche ich tatsächlich mit meinem  Socket-Shield gut zwei Drittel der Zahnwurzel  

00:06:11: zu erhalten. Ich muss nur sicherstellen, dass  ich den Apex mit eventuell apikaler Beherdung  

00:06:17: und so weiter und so fort natürlich vollständig  entfernt und vollständig auskürettiert habe.  

00:06:22: Aber ich versuche tatsächlich, weil ich ja die  Vitalität, die Blutversorgung für die bukkale  

00:06:28: Knochenlamelle erhalten will, das Parodont am  Leben erhalten will, versuche ich tatsächlich  

00:06:32: etwa zwei Drittel des bukkalen Zahnanteiles zu  erhalten. Ich präpariere diese Scherbe dann mit  

00:06:38: rotierenden Instrumenten, also mit feinen  langen Diamanten, tatsächlich sehr, sehr  

00:06:43: dünn auf eine Dicke von etwa 1 mm oder weniger.  Denn auch hier hat sich die Technik mittlerweile  

00:06:49: etwas modifiziert. Wir versuchen heute bei  der Implantatsetzung nicht mehr in Kontakt  

00:06:54: zu der Wurzel zu kommen, also sozusagen nicht das  Implantat in den Zahnanteil hinein einzuschrauben,  

00:07:00: sondern das Implantat nach oral versetzt zu setzen  und den Gap auch hier aufzufüllen. Da verwende ich  

00:07:06: dann allerdings kein Biomaterials, sondern da  verwende ich rein autologen Knochen. Und weil  

00:07:13: ich ja hier keine Resorptionsbremse brauche, wie  ich das durch synthetisches KEM Knochenersatzmaterial  

00:07:19: oder Biomaterials hätte, sondern ich will ja nur  die Vitalerhaltung der bukkalen Lamelle. Liegt  

00:07:26: der Knochen ausreichend vor? Weil du hast ja  eigentlich keinen klassischen Bohrstollen,  

00:07:31: wie doch ein, ja, wie in der Sofortimplantation  eigentlich immer. Also tatsächlich ist ja der  

00:07:35: Bohrstollen tatsächlich eigentlich meistens so im  palatinal-apikalen Drittel der Extraktionsalveole.  

00:07:41: Also eine klassische Bohrstollenpräparation ist  es ja bei der Sofortimplantation eigentlich nie.  

00:07:46: Und insofern ist es kein von der Implantatposition und  von der Implantatpräparation kein Unterschied, ob  

00:07:53: mit oder ohne Socket-Shield. Es ist das Verfahren,  was man sonst klassisch von der Sofortimplantation  

00:07:59: kennt. Okay, also du verwendest die Bohrspäne.  Ich verwende die autologen Bohrspäne, genau,  

00:08:04: um die Frage zu beantworten. Genau. Hört sich  spannend an, aber sicherlich extrem kompliziert  

00:08:09: zu operieren, könnte ich mir vorstellen.  Partielle Zahnextraktion etc. Ja, also man  

00:08:15: braucht tatsächlich, man muss sich tatsächlich  reinarbeiten. Es hat wie alles eine Lernkurve und  

00:08:20: tatsächlich ist es so, dass die Zahnextraktion  unter Erhaltung dieser bukkalen Lamelle mit  

00:08:25: entsprechenden Spezialinstrumenten wesentlich  mehr Zeit in meinen Händen, noch wesentlich mehr  

00:08:31: Zeit erfordert als das eigentliche Implantat  setzen. Das heißt, ja, es ist techniksensitiv  

00:08:38: und es ist zeitlich aufwendig. Die Ergebnisse,  die wir sehen, rechtfertigen das aber absolut  

00:08:44: in meinen Augen. Okay, was sind aus deiner Sicht  die Challenges bei der Sofortimplantation? Na ja,  

00:08:50: die erste und eine der größten Challenges ist  natürlich gleich erstmal den Zahn rauszubekommen,  

00:08:56: weil wie wir ja wissen, steht der Zahn dem  Implantat im Weg. Nein, jetzt mal ohne Scherz,  

00:09:00: es hat ja normalerweise einen Grund, dass  wir den Zahn ziehen. Das heißt, der Zahn  

00:09:03: hat z.B. eine Wurzelfraktur, eine endodontische  Fraktur, eine tiefe Kronenrandkaries. Das heißt,  

00:09:09: ich brauche schon mal geeignetes Instrumentarium  und geeigneten chirurgischen Workflow, um diesen  

00:09:14: Zahn so atraumatisch wie möglich zu entfernen.  Das ist natürlich die erste große Challenge. Die  

00:09:20: zweite Challenge sehe ich darin, eine ausreichende  Primärstabilität zu erreichen, vor allem wenn ich  

00:09:26: nicht nur in eine Sofortimplantation, sondern  auch in eine Sofortbelastung möchte. Die dritte  

00:09:32: Challenge ist, die korrekte Implantatposition  tatsächlich sicherzustellen. Denn gerade wenn  

00:09:40: wir in der ästhetischen Zone sind, nehmen  wir als Beispiel mal den oberen Frontzahn,  

00:09:45: ist es essentiell, dass das Implantat korrekt  positioniert wird, also in der richtigen  

00:09:50: vertikalen Tiefe und in einer nach palatinal  versetzten Position. Hier gibt es eine sehr,  

00:09:55: sehr schöne Studie von Tomaselli et al., die uns  zeigt, wie wichtig für das ästhetische Outcome  

00:10:02: die korrekte Implantatposition ist. Und hier sehe  ich eine große Herausforderung, denn zum einen  

00:10:08: muss ich diese Implantatposition korrekt planen,  ich muss zum anderen aber auch händisch umsetzen  

00:10:13: können. Denn das Bohren palatinal versetzt in  eine natürliche Alveole hinein und das Inserieren  

00:10:21: des Implantats in diese von der natürlichen  Alveole abweichende Position ist händisch sehr,  

00:10:28: sehr schwer zu bewerkstelligen. Und das ist für  mich z.B. eine klare Indikation für eine guided  

00:10:35: Vorgehensweise, also für Computer-Guided-Surgery,  zum einen, dass meine Planung der  

00:10:40: Implantatposition von Anfang an perfekt ist und  dass ich über die Schablone auch sicherstellen  

00:10:45: kann, dass ich diese Position tatsächlich auch  erreiche. Wie sieht's aus mit der Erfolgsquote?  

00:10:51: Also man muss sicherlich die Risiken abwägen,  Indikationsstellung, was wir gesagt haben. Genau,  

00:10:55: also wie würdest du dann die Erfolgsquote  einordnen im Vergleich zur Implantation in  

00:11:00: ortsständigem Knochen? Da ist die Literatur  heute sehr, sehr eindeutig. Da sagen die Studien  

00:11:05: eigentlich sehr, sehr klar, die Erfolgsquote  der Sofortimplantation ist heute eins zu eins  

00:11:10: vergleichbar mit der konventionellen Implantation.  Das heißt, es gibt vom Risikoprofil keinen Grund,  

00:11:18: auf die Sofortimplantation zu verzichten.  Wichtig ist aber natürlich die richtige  

00:11:23: Indikationsstellung und die richtigen Techniken.  Denn natürlich hat die Sofortimplantation eine  

00:11:27: Lernkurve und hat ihre Challenges, aber  wenn man da im sicheren Fahrwasser bleibt,  

00:11:32: ist tatsächlich die Erfolgsrate die gleiche wie  bei der Spätimplantation. Okay, an jedem Implantat  

00:11:39: hängt der Patient, am Patienten der Überweiser  natürlich etc. Da kann ich mir vorstellen, dass da  

00:11:45: entsprechende Kommunikation dann auch stattfinden  muss. Was hast du generell für Erfahrungen gemacht  

00:11:50: in der Zusammenarbeit mit den Überweisern im  Punkto Sofortimplantation? Gibt's da Vorbehalte?  

00:11:55: Wie weit ist es bei dir in deinem Klientel da  verbreitet? Das ist natürlich eine wichtige  

00:12:02: Challenge, die du da ansprichst, denn wir leben  weitestgehend von der Überweisertätigkeit. Und  

00:12:09: hier brauchen die Überweiser natürlich ganz klare,  nachvollziehbare Strukturen und sie müssen wissen,  

00:12:15: wie lang welche Abläufe laufen und sie müssen  sich darauf verlassen können. Und rein von diesem  

00:12:21: Aspekt her sind natürlich schon gewisse Vorbehalte  bei vielen Überweisern da, weil sie sagen, ich  

00:12:26: kenne die Abläufe, die sind eingespielt, darauf  bin ich eingerichtet. Wenn wir jetzt plötzlich  

00:12:30: als Chirurg diese Abläufe ändern wollen, ist das  erstmal eine Herausforderung, die man gemeinsam  

00:12:35: lösen muss, wo man gemeinsam reden muss. Insofern  würde ich sagen, dass die Überweiser, mit denen  

00:12:42: wir intensiv und aktiv Sofortbelastungskonzepte  machen, machen vielleicht in der Realität 10 % aus.  

00:12:49: Also es ist sicherlich die Minderheit, es wird  aber eine immer größere Zahl. Das Interesse nimmt  

00:12:54: klar zu. Vom Ablauf her, du hast gesagt, die  Abläufe verändern sich, man muss das besprechen  

00:12:58: etc. Normalerweise geht der Patient dann mit dem  Gingivaformer und irgendeinem Provisorium oder  

00:13:06: auch nicht zurück zum Überweiser. Wie läuft es  bei der Sofortimplantation? Bis zu welchem Punkt  

00:13:11: behandelst du die Patienten auch, wenn eine  Sofortversorgung etc. im Spiel ist? Genau,  

00:13:16: das ist ja eben genau der schwierige Punkt in der  Abstimmung gemeinsam. Denn wenn wir von einer,  

00:13:22: wir müssen zum einen unterscheiden, sprechen  wir nur von einer Sofortimplantation, aber ohne  

00:13:27: Sofortbelastung, sprich also mit irgendeiner  Form eines konventionellen Provisoriums,  

00:13:32: Interimsersatzes, und da hat man ja trotzdem eine  Heilungszeit von zwei bis drei Monaten. Wenn wir  

00:13:37: aber auch von der Sofortbelastung reden, dann  funktioniert es im Workflow eigentlich nur so,  

00:13:43: dass wir dann im Auftrag für den Überweiser nach  entsprechender vorheriger gemeinsamer Besprechung  

00:13:49: ein Langzeitprovisorium für den Patienten fertigen  und das auch einsetzen. Denn letztlich stehen wir  

00:13:55: ja auch für die Osseointegration der Implantate gerade.  Also wenn es also irgendeine Komplikation in der  

00:14:00: Einheilungsphase geben würde, muss es ja auch  klar sein, dass wir diejenigen sind, die die  

00:14:05: Ansprechpartner dafür sind. Und wir überweisen  den Patienten dann in dem Moment zurück, wo wir  

00:14:10: eine vollständige Hart- und Weichgewebsausheilung  haben, in der Regel nach drei bis spätestens sechs  

00:14:16: Monaten. Und dann muss der Überweiser eigentlich  nur noch die Situation nehmen und eins zu eins in  

00:14:21: den definitiven Zahnersatz überführen. Sprich,  in den meisten Fällen findet eine reduzierte  

00:14:26: oder komplette Belastungsversorgung des Implantats  statt. Richtig, richtig. Dann in unseren Händen,  

00:14:34: in Absprache und im Auftrag des Überweisers und  dann natürlich der gesamte finale ZE 

00:14:39: des Überweisers. Der Vorteil ist dabei, dass  für den Überweiser keinerlei offene Fragen  

00:14:44: bleiben. Er kriegt eine vollkommen ausgeheilte,  ausgereifte Situation, sowohl was das Hart- als  

00:14:49: auch was das Weichgewebe anbetrifft, und er  kann es, ob jetzt konventionell oder digital,  

00:14:54: in seinem gewohnten Workflow definitiv versorgen.  Und damit ist für den Patienten eigentlich,  

00:15:00: glaube ich, ein sehr guter Service getan. Denn der  Patient hatte die Vorteile einer Sofortbelastung,  

00:15:04: eines festsitzenden Provisoriums, und trotzdem  bleibt natürlich der Zahnersatz in den Händen  

00:15:11: seines Zahnarztes, so wie er es kennt und so wie  er es erwartet. Wie ist das Feedback der Patienten  

00:15:16: auf diese Möglichkeit? Du musst sie darüber  aufklären, Risiken, Chancen etc. Richtig, also  

00:15:24: die grundsätzliche Meinung der Patienten  ist eigentlich, wie soll ich es ausdrücken,  

00:15:28: pessimistisch interessiert. Das heißt, die meisten  sagen, ja, ich habe da schon mal was gelesen,  

00:15:33: das interessiert mich, aber das kann doch  gar nicht funktionieren. Also es gibt viele  

00:15:37: Vorbehalte von Seiten der Patienten, aber  schon auch viel Interesse. Und dann ist es  

00:15:41: natürlich unsere Aufgabe als Chirurg im  Beratungsgespräch, das mit dem Patienten  

00:15:46: zu erörtern. Ist er der richtige Fall? Ist es  die richtige Indikation? Kann ich das anbieten?  

00:15:52: Bespreche ich es entsprechend mit dem Prothetiker  und mit dem Zahntechniker? Und dann entscheiden  

00:15:59: wir letztlich gemeinsam in diesem Dreieck aus  Prothetiker, Zahntechniker und uns als Chirurgen,  

00:16:04: ob wir den Patienten eine Sofortversorgung  anbieten oder nicht. Mehr exklusive Inhalte  

00:16:10: findet ihr auf unserer Website. Der Link  befindet sich in der Bio für den vollen Zugang.

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