Episode 1: Ti-Base Abutments - Qualität und Erfahrung

Shownotes

PD Dr. Peter Gehrke, Zahnarzt in Ludwigshafen und Carsten Fischer, selbständiger Zahn­techniker mit einem Fachbetrieb in Frankfurt sprechen in dieser VOI-Folge über ein Herzensthema: Die Verklebung von Hybridabutments und die Abutment-Hygiene. Um ästhetische Versorgungskonzepte zu realisieren, sind Hybridabutments oft das Mittel der Wahl. Hierfür werden Standard-Titanbasen CAD/CAM mit individuellen Komponenten zusammengefügt. Ob „ein Kleber “ übergreifend für alle Hybridabutments funktioniert und was bei der Verklebung berücksichtig werden muss, erläutern die beiden Referenten im lockeren Gespräch. Dass die semikritischen oder kritischen Komponenten nach dem Herstellungsprozess und dem Verkleben Verunreinigungen aufweisen ist Fakt, diese gilt es – laut Hygieneanforderungen der KRINKO-/BfArM – zu beseitigen. Das Team Fischer/Gehrke stellt ein adäquates, standardisiertes Reinigungs- und Desinfektionsprotokoll vor, dessen Wirksamkeit in Studien bescheinigt ist.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Liebe Kolleginnen und Kollegen, in dieser VOI-Folge sprechen wir über eine Herzensangelegenheit:

00:00:05: die Verklebung von individuellen Bauteilen, den sogenannten Hybridaufbauten. Worum geht's da,

00:00:10: Peter? Ti-Base-Abutment in Bezug auf Qualität und praktische Erfahrung. Seid ihr dabei? Wir freuen uns.

00:00:22: Hallo, mein Name ist Peter Gerke, ich bin Zahnarzt in Ludwigshafen mit den Tätigkeitsschwerpunkten

00:00:27: Implantatprothetik und ästhetische Zahnheilkunde. Und einer meiner größten Fabels ist natürlich das, was oben drauf kommt auf Implantate.

00:00:34: Und neben der eigentlichen klinischen Arbeit gucke ich auch in den Hintergrund und mache klinische Studien und

00:00:40: untersuche ein bisschen Forschungsarbeiten. Mein Name ist Carsten Fischer, ich bin selbstständiger

00:00:44: Zahntechniker in Frankfurt und arbeite dort mit meinem kleinen Team sehr familiär im Bereich

00:00:49: vollkeramischer Zahnersatz auf Implantaten und Zähnen, bevorzugt mit vollkeramischen

00:00:54: Versorgungen. Ja, und wir fertigen die Zahntechnik für den Peter und wir arbeiten zusammen.

00:01:04: Wie ist denn das nun mit Ti-Base-Abutments? Zwei Komponenten werden miteinander verklebt,

00:01:10: ein Kleber für alles und hält es wirklich? Na ja, Peter, da haben wir einen ganz sensiblen Bereich,

00:01:17: der sehr händisch ist, der sehr analog im Labor durchgeführt wird unter Laborbedingungen. Und da

00:01:23: spielen natürlich die einzelnen Vorgänge eine extrem große Rolle. Also wir arbeiten immer

00:01:28: mit Originalbasen, die unverändert sind und auch möglichst nicht berührt werden. Die

00:01:32: Sachen müssen gestrahlt werden, sowohl auf der Zirkon- oder Lithiumdisilikat-Seite als auch

00:01:37: auf der Klebebasis. Das Strahlkorund muss korrekt gewählt sein, mit einem Abstand von mehr als 10

00:01:43: cm im Winkel, sodass wir auch das Zirkonoxid dort nicht beschädigen. Du merkst schon, das

00:01:47: ist eine Vielzahl von Kleinigkeiten. Die Wahl des; richtigen Klebers, auch der dafür freigegeben ist,

00:01:53: die Lichtlampe muss stimmen, also auch die muss regelmäßig geprüft werden. Das ist ein Thema,

00:01:57: das oft vernachlässigt wird. Und hier liegt ganz einfach dann auch die Schwierigkeit im

00:02:01: Detail. Alles muss akkurat und sorgfältig gemacht werden und dann zeigt ja auch unsere Literatur,

00:02:06: dass wir hier eine Langzeitstabilität haben, dass diese Klebung nicht aufgeht und nicht versagt.

00:02:17: Ein Ti-Base-Abutment ist nicht nur einfach ein Abutment, es gilt rein hygienemäßig ja als

00:02:24: semikritisches Medizinprodukt. Es sollte daher genau überlegt werden, wie man so ein Produkt

00:02:30: reinigt im Follow-up zwischen Praxis und Labor. Carsten, wir haben einige praktische, aber auch

00:02:36: Studien dazu gemacht. Was ist unser Ergebnis? Wie würdest du das zusammenfassen? Ja, es gibt

00:02:41: verschiedene Möglichkeiten der Reinigung. Du hast es schön gesagt, wir haben es mit Medizinprodukten

00:02:46: zu tun, die natürlich eine besondere Sorgfalt voraussetzen. Nun, wir haben oft genug über die

00:02:52: Autoklavierbarkeit gesprochen. Wir wissen die Kleber halten das heutzutage aus. Die

00:02:56: Degradation des Zirkonoxids ist mit der Generation 4Y-Zirkonoxid entsprechend widerstandsfähig. Auch

00:03:04: diese Sorge haben wir heutzutage nicht mehr. Das heißt, Hybridabutments können sterilisiert werden,

00:03:09: rein theoretisch. Aber man muss sich im praktischen Workflow überlegen, was das an

00:03:12: Zeit und Aufwand bedeutet. Man kann es heute tun mit entsprechenden Klebern, die dafür freigegeben

00:03:18: sind. Aber wir selber stehen mehr für eine Alternative, nämlich der Ultraschallreinigung.

00:03:24: Na ja, das hat einen wichtigen Hintergrund. Denn verarbeitungsspezifische Verunreinigungen und so

00:03:29: weiter, die Liste der möglichen Verunreinigungen ist lang, spielen ja eine große Rolle. Und das

00:03:35: reine Sterilisieren oder Autoklavieren ist nicht ausreichend, denn der Dreck muss ja zunächst durch

00:03:39: einen Spülvorgang beseitigt werden. Und wir haben hier mit dem dreistufigen Ultraschallprotokoll

00:03:44: sehr, sehr gute Erfahrungen und haben das auch unter Berücksichtigung aller Anforderungen

00:03:48: beweisen können. Jedes CAD/CAM-generierteProdukt, und dazu zählen auch Hybridaufbauten,

00:03:53: haben verarbeitungsbedingte Spurenelemente aufder Oberfläche und diese müssen beseitigt werden.

00:04:00: Ein Mittel der Wahl wäre Ultraschallreinigung neben einer Sterilisation. Davor wie gesagt,

00:04:06: wir stehen für Ultraschallreinigung, aber es sollte sich im Team zusammen überlegt werden, wie

00:04:11: reinigen wir unsere CAD/CAM-Produkte inklusive der Abutments. Und wenn man das miteinander abspricht,

00:04:16: dann ist das, glaube ich, ein großer Schritt nach vorne. Absolut, da gibt es einen realistischen

00:04:21: Ablauf für den Alltag und jeder weiß, was zu tun ist.

00:04:29: Zur Reinigung von Hybridabutments gibt es laut RKI-Leitlinien und Richtlinien natürlich eine Empfehlung, die vor allen Dingen immer Zahnärzte

00:04:40: in Verantwortung nimmt. Denn wir als Zahnärztinnen und Zahnärzte stufen das semi- oder vollkritische

00:04:47: Produkt ein. Aber aus labortechnischer Sicht gibt es auch Neuigkeiten von neuen Leitlinien. Ja,

00:04:53: das ist richtig. Der Hygieneleitfaden wurde erst 2022 aktualisiert. Dort kann man gut nachlesen,

00:04:58: was gewünscht oder gefordert ist. Ich denke, wichtig ist für den Alltag, dass es klare

00:05:02: Absprachen gibt und dass einfach gemäß diesen Absprachen dann auch im routinierten Alltag dann die

00:05:08: Abläufe erfolgen und gereinigt wird. Gereinigt und desinfiziert, das ist unser Wunsch dabei.

00:05:13: Tatsächliches Teamwork und das beweist sich dann auch in diesem Arbeitsschritt.

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